Napoleonsturm

Napoleonsturm

Am 19. Juli 2014 fand die feierliche Einweihung des sogenannten „Napoleonsturm“ auf der Napoleonshöhe bei Sprendlingen statt. Als technikgeschichtliches Denkmal erinnert er an die Anfänge der Nachrichtenübertragung über weite Distanzen. Die Signalarme entsprechen dem "Chappeschen System", wurden aber aus Sicherheitsgründen nicht mit beweglichen, sondern feststehenden Zeigern ausgestattet. Die Richtungsmarkierungen auf der Aussichtsplattform weisen auf die ehemaligen Standorte der Nachbartürme "Hungriger Wolf' bei Bad Kreuznach (Richtung Metz) und "Heidenhof' bei Schwabenhein an der Selz (Richtung Mainz).

 

Der Nachbau eines optische Telegrafenmasten nach Claude Chappe 200 Jahre nach dem Ende der französischen Telegrafenlinie wurde unterstützt und gefördert durch die lokale Arbeitsgruppe Rheinhessen-Zellertal im Rahmen der Förderung von LEADER und der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen.

 

Der Napoleonsturm am Rande des Höhenwanderweges bietet einen atemberaubenden Blick ins rheinhessische Hügelland, Donnersberg, Soonwald und Hunsrück, Rheingau und Mainzer Becken. Ein beschaulicher Rastplatz am „Tisch des Weines“ lädt Gäste zum Verweilen und Genießen ein.

 

Ein Telegraf ist ein System zur Nachrichtenübermittlung mit Hilfe optischer Signale. Historische Vorläufer waren Rauchzeichen und bis in die Neuzeit Flaggensignale (Seefahrt ). ln Frankreich hatten die Brüder Chappe in der Zeit der Französischen Revolution ein System entwickelt, optische Signale über weite Strecken zu übertragen. Die Telegrafenstrecke wurde durch eine Reihe von Signaltürmen gebildet die in Sichtweite zueinander standen. Balken mit schwenkbaren Signalarmen stellten die mit Fernrohren sichtbaren Zeichen dar. Claude Chappe (1763-1805) entwickelte daraus ein technisch praktikables Verfahren, alle Buchstaben des Alphabets und Sonderzeichen darzustellen und auch in verschlüsselter Form weiter zu geben.

 

Der technische Standard der damaligen Fernrohre (Teleskope) erlaubte einen Abstand der Türme von ca. 12 km. Die Übertragung war nur bei Tageslicht und klarer Sicht möglich, die Übertragungs­geschwindigkeit war aber deutlich höher als mit berittenen Boten.

 

 

Flyer Napoleonsturm

 

Artikel zur Technik von Optischen Telegrafen

Optischer Telegraf auf dem Litermont

In Nalbach im Saarland können Sie auf dem Litermont den funktionsfähigen Nachbau eines optischen Telegrafen besichtigen!

 

Ausführliche Informationen finden Sie unter folgendem LINK.

 

Optische Telegrafenlinie Metz – Mainz

Die französische optische Telegrafenlinie von Metz nach Mainz wurde am 29. Mai 1813 eröffnet. Sie umfasste 22 Stationen über eine Länge von ca. 225 Kilometern (direkte Linie), die mit Signalmasten ausgestattet waren. Der Turm auf der Napoleonshöhe war Station 20. Die Nachbartürme waren „Hungriger Wolf“ bei Bad Kreuznach und Heidenhof bei Schwabenheim an der Selz.

 

In der Neujahrsnacht 1814 hatte Blücher mit seinen Truppen bei Kaub den Rhein überschritten, kurze Zeit danach wurde der Kreuznacher Telegraf eingenommen. Das war das Ende der Linie Metz – Mainz.